Mittwochs kann man hier in eine Bar gehen die 'Red Star' heisst. Nachdem man $4 Eintritt gezahlt hat, kann man dort so lange Bier für umsonst trinken bis das Fass leer ist. Das geht meistens ziemlich flott und bisher habe ich mit den $4 noch nie ein Schnäppchen gemacht à la: So viel Bier für so wenig Geld. Ist das Fass alle und die Leute angetrunken, beginnt der Karaokespass.
Bei meinem ersten transatlantischen Karaokeerlebnis ('What's going on' von Marvin Gaye) war ich ganz schön knülle. Das ai-aiai-aiaiaiai gegen Ende des Liedes habe ich ganz gut gemeistert, finde ich. Trotzdem hatte ich den Eindruck dass der Karaokemaschinenbetreiber den Song langsam ausgefadet hat um meinen phänomenalen Auftritt dann doch noch zu vermiesen. Konsequenterweise hat mich das stinke sauer werden lassen. Nun muss gesagt werden dass der Karaokemann ein bisschen aussieht wie der Zwerg Gimli aus 'Der Herr der Ringe'. Mit Bart und stämmig, nur ohne diese Streitaxt (zum Glück!). Für meine bei Trunkenheit gelegentlich auftretende Aufsässig- und Unanständigkeit hat sich das als prima Steilvorlage herausgestellt. Bei Espen, dem Norweger habe ich mich nach dem Singen beschwert über den "fucking dwarf with his fucking beard". Da ich die Lautstärke meiner Stimme trunkenheitshalber nicht so ganz im Griff habe, hört der genannte Karaokemeister mit und findet das garnicht so komisch. Nur um ein Haar, wie sich später herausstellt, entgehe ich einer gewalttätigen Konfrontation aus der ich naturgemäß als Unterlegener hervorgegangen wäre.
Diesen Mittwoch habe ich mich beim Karaokist entschuldigt. Mike ("der Zwerg") und ich haben das nun bereinigt. Und meine zweite Karaokenummer ('Don't Fear the Reaper' von Blue Öyster Cult) habe ich mit Bravour und ohne größere unangenehme Zwischenfälle gemeistert. Gut, oder?
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